Das Geheimnis guter Grundrisse

Grundrisse für eine optimale Raumaufteilung planen

 

In der Berliner Niederlassung am Kurfürstendamm besprechen Ralf und Axel Martin Schmitz ausführlich die Grundrisse eines neuen Projekts

Am Stammsitz des Unternehmens in Kempen unterhalten sich Ralf Schmitz und Axel Martin Schmitz über Zimmerfluchten, individuelle Gestaltung und Räume, die vielseitig nutzbar sind.
Bereits Ende der Neunzigerjahre spürte Ralf Schmitz eine Zäsur in seiner Arbeit. „Da habe ich angefangen, mehr auf traditionelle Architektur zu setzen“, sagt er. Das Entrée erfuhr eine Aufwertung, die Wohnungen wurden größer, das Unternehmen ging dazu über, die Räume in Sichtachsen zu Raumfluchten, sogenannten Enfiladen, zu inszenieren. „Es ist bis heute ein großer Unterschied zu den Wettbewerbern, dass wir den Grundrissen einen hohen Stellenwert einräumen. Auch zulasten der Baukosten“, sagt Axel Martin Schmitz.

Standard wäre es, Küchen und Bäder um die Treppenhauskerne zu organisieren und hier die entsprechenden Leitungen und Rohre anzuordnen. „Doch der Grundriss hat Priorität, nicht die vermeintliche Rationalität der Konstruktion“, sagt Ralf Schmitz. „Wir haben selten zwei identische Wohnungen in einem Haus – sogar bei 30 Einheiten und mehr“, ergänzt Axel Martin Schmitz. Jede Wohnung soll wie eine individuell geplante Villa funktionieren. Dabei reagiert das Unternehmen lieber spät auf Entwicklungen der Zeit als sich in Tagestrends zu verlieren.

„In unserer Haltung bezüglich der Grundrisse sind wir so ähnlich wie der Vatikan: prinzipientreu“

Axel Martin Schmitz

Projekt Preußenallee, Berlin-Westend: Diese Wohnung im Hochparterre umfasst rund 145 qm Wohnfläche plus den über 420 qm großen Privatgarten

Zugleich haben die Grundrisse eine hohe Variabilität. Sie resultiert aus großen Grundflächen und einem Gespür für beliebte Raumaufteilungen, wie beispielsweise großzügig bemessenem Stauraum oder einem kleinen Annex zum Wohnzimmer, den die Bewohner gerne zum Arbeiten oder Fernsehen nutzen. „Unsere Küchen sind natürlich zum Kochen da, aber dort kann noch jemand helfen oder zuschauen, plaudern, gemeinsam essen“, sagt Ralf Schmitz. Ebenso die Bäder: „Es sind keine Waschkammern, wo die einzige Gestaltungsmöglichkeit ein Frotteevorleger ist.“

Wie das Exterieur, so orientiert sich auch das Interieur an klassischen Bauweisen, doch einen gründerzeitlichen Grundriss wird man bei RALF SCHMITZ trotzdem nicht finden. „Mit Raumhöhen und Stuck wird die Anmutung eines alten Hauses geboten“, sagt Ralf Schmitz. „Aber eine Wohnküche ist natürlich ein klares zeitgenössisches Element, das heutigen Lebensverhältnissen entspricht.“

Architekten, die für das Unternehmen arbeiten, wissen um die prioritäre Behandlung des Grundrisses, der sich auch der Fassadenästhetik nicht unterordnet. „Äußere Form und Grundriss müssen in einem guten Verhältnis zueinander stehen“, sagt Ralf Schmitz. Für den Wohnkomfort nimmt das Unternehmen an der Rückfassade auch mal eine Asymmetrie in Kauf. „Bei solchen Entscheidungen“, so Axel Martin Schmitz, „verstehen wir uns als Vertreter unserer Kunden. Für sie denken wir mit und voraus.“